Einige bibliophile Ausgaben aus unserem Antiquariat

Architektur. - Palladio, Andrea:
Les Bâtimens et les desseins de André Palladio recueillis et illustrés par Octave Bertotti Scamozzi, Ouvrage divisé en quatre volumes, avec des planches, répresentent les plans, les facades, et les coupes. Seconde édition. 4 Tle. in 2 Bdn. Mit 1 gest. Porträt als Frontispiz, 4 (wiederh.) gest. Titelvign., 210 Kupferstichen auf 208 (davon 34 doppelblattgr.) Tafeln sowie 1 gest. Wappen im Text. Venedig, Jean Rossi 1786. - Angebunden: Palladio, A.: Les thermes des Romains... Mit 1 gest. Porträt als Frontispiz, 1 Kupferstich im Text und 25 (davon 17 doppelblattgr.) Kupferstich-Tafeln. Venedig, Francois Modena 1785. 86, 59; 55, 70; 35 S. Imperial-Folio. Ldr. d. Zt. auf 5 Bünden mit goldgepräg. Rückentitel („Oeuvres de Palladio“) auf schwarzem Grund, Rückenvergoldung sowie Außenkantenvergoldung auf den Buchdecken, Sandschnitt und marmor. Innenspiegeln. (VERKAUFT)

Orn.-Kat. Berlin 2722 (für die Erstausgabe 1776-1783) und Orn.-Kat. Berlin 1877. - Zweite französische Ausgabe der monumentalen Werkschau des Andrea Palladio (1508-1580), der als bedeutendster Architekt der Renaissance Italiens gilt. Hrsg. von Ottavio Bertotti-Scamozzi (1719-1790), der führende Architekt des Neo-Palladianismus in Italien. Er führte sein Studium mit Hilfe der Vincenzo Scamozzi Stiftung durch, wodurch er den Beinamen "Scamozzi" trug. - Zusammen mit der hier angebundenen ersten französischen Ausgabe der "Les thermes des Romains..." (Venedig, Francois Modena 1785) ergibt vorliegende Ausgabe das vollständige Oeuvre in der Herausgabe von Bertotti-Scamozzi. "Les thermes..." basieren auf den Zeichnungen der Römischen Bäder Palladios, die Richard Boyle, der dritte Earl of Burlington (1693-1753), während seiner italienischen Reise erwerben konnte und die in einer Auswahl gemeinsam mit seinen Kommentaren erstmalig in London 1730 unter dem Titel "Fabbriche antiche disegnate da Andrea Palladio" erschienen. Von England ausgehend verbreitete sich der Palladianismus dann in Deutschland, Nordeuropa sowie in den USA, wo er weit in das 19. Jahrhundert hinein einen großen Einfluß ausübte. - Vorliegendes Oeuvre zeigt auf zusammen 235 (davon 51 doppelblattgr.) großformatigen Kupferstich-Tafeln die Arbeiten von Palladio mit Ansichten von Fassaden, Querschnitten und Grundrissen. Der Text beschreibt Theorie und die einzelnen Objekte Palladios. - Einbände etwas berieben, Ecken bestoßen. Rückentitel von Bd. 1 mit leichtem Verlust der Vergoldung. Text und Kupferstiche allgemein in sehr guter Qualität, nur äußerst vereinzelt etwas stock- oder fingerfleckig. Die letzen 15 Tafeln vom "Le terme dei Romani ..." mit kleinem unscheinbaren Wasserrand in oberer äußerer Ecke weit außerhalb des Plattenrandes. - Sehr gut erhaltene, im Text und Tafeln vollständige Ausgabe, im prächtigen Ganzledereinband der Zeit. - In dieser Vollständigkeit und Gesamterhaltung selten im Handel anzutreffen. - ENGLISH TRANSLATION: Katalog Ornamentstichsammlung Berlin No. 2722 (for the first edition 1776-1783) and No. 1877. - Graesse V, 108 - Second French edition of the monumental graphic art by Andrea Palladio (1508-1580), who is regarded as the most important architect of the Italian Renaissance and edited by Ottavio Bertotti-Scamozzi (1719-1790), later the most prominent architect of neo-Palladianism in Italy. His study was funded by the Vincenzo Scamozzi Foundation, resulting in his receiving the epithet "Scamozzi". Together with the first bound French edition "Les thermes des Romains." (Venice 1785), weal so have the complete works edited by Bertotti-Scamozzi. "Les thermes ." are based on Palladio's drawings of the Roman baths, which Richard Boyle, the 3rd Earl of Burlington (1693-1753), was able to procure during his journey to Italy. In 1730, they were published in London with an analysis under the title of "Fabbriche antiche disegnate da Andrea Palladio". Palladianism spread from England to Germany, to northern Europe, then to the United States where it had considerable influence during much of the nineteenth century. - These volumes contain Palladio's 235 large-size copperplate drawings (51 cover two pages) depicting facades, cross sections and ground plans accompanied by theoretical explanations and descriptions of the objects drawn. - On the outside the volumes are somewhat worn with the corners slightly indented and with the gold-lettered title on the spine of Vol. 1 a little faded. The quality of the print on the pages and the copperplate drawings are both very good with just the occasion nal faint finger mark or touch of mildew. The last 15 copperplates of the "Le termedei Romani ." have a small inconspicuous water mark in the upper outside corner of the pages well away from the platemark. -This complete edition with its drawings and accompanying text is well preserved and superbly bound in leather of that historical period. Thus, one will be hard pressed to find such a complete and well-preserved work of art on the market.
Botanik. - Booth, William Beattie:
Illustrations and Descriptions of the plants with compose the naturalorder Camellieae, and of Camellia Japonica, cultivated in the Gardens of Great Britain. The drawings by Alfred Chandler. The Descriptions by W. B. Booth. Bd. 1 [alles Erschienene]. Mit 32 (statt 40) altkolor. Stahlstichen und Lithographien von S. Watts und Weddel nach Alfred Chandler, alle mit Gummi Arabicum gehöht. London, John and Arthur Arch, Cornhill 1831. XII, 40 num. Bll., S. 41-48. Folio. Grüner HLdr. d. Zt. mit goldgepräg. RTitel. [2956] EUR 18.000,-
Dunthorne 77. - Great Flower Books (1990), S. 80. - Nissen BBI 209. - Stafleu & Cowan 651. - Unvollständige Ausgabe eine der schönsten Arbeiten von allen Werken über Kamelien (Camellia), hier vorliegend in der aufwendigsten und begehrenswertesten Ausgabe, mit „very fine large plates, beautifully coloured with opaque pigments“ (Dunthorne). „Handsome and rare“ (Blunt). - Die Tafeln beruhen überwiegend auf Zeichnungen aus der Sammlung des Vaters von Alfred Chandler (1804-1896), Inhaber der Gärtnerei Chandler in Vauxhall, bei dem Alfred mitarbeitete. - William Beattie Booth (um 1804-1874) wurde als führender Experte für Kamelien anerkannt. Er hatte als geschätzter Gärtner den Status eines korrespondierenden Mitglieds an der „London Horticultural Society“ (heute „Royal Horticultural Society“) und führte in den Veröffentlichungen sein schlichtes Kürzel „Garden Clerk“ (Garten-Sekretär). - Die Ausgabe ist in drei Varianten erschienen: „with uncoloured plates, coloured plates, and more highly finished coloured plates on large paper“ (Great Flower Books). Vorliegendes Exemplar gehört zur dritten und schönsten Variante, denn dort werden die Camelliae auf den großformatigen Tafeln nahezu plastisch in feinstem Kolorit mit deckenden Farben dargestellt. - Die ursprüngliche Namensgebung „Camellia“ durch Carl von Linné ist zu Ehren des Naturkundlers, Arztes und Jesuiten Georg Joseph Kamel (1661-1706) gewählt worden, der erstmals eine systematische Beschreibung der Pflanzenwelt der Philippinen verfaßte und wohl die Camellia japonica kannte (siehe Peper, Klaus: Georg Joseph Kamel: Apothecarius, medicus, botanicus. Homburg 1997). - Die vorliegende Ausgabe umfaßt 32 der 40 Tafeln und den vollständigen Text zu den 40 beschriebenen Arten oder Sorten der Kamelien, wobei die Camellia japonica in der Anzahl überwiegt und mit zusammen 16 Sorten aus China und 19 englisch Zuchtsorten dominiert, außerdem sind die Camelliae Maliflora, Oleifera, reticulata und Sasanqua ebenfalls enthalten. Das Werk endet mit „Propagation and Culture, &c.“ (S. 41-48). - Obwohl bei Nachkommen der Familie Chandler 1942 Fragmente eines 2. Bandes (dat. 1837; mit Tafeln 41-44) gefunden worden, hat es den Anschein, daß sie nie veröffentlicht worden (siehe Great Flower Books). - Bedauerlicherweise fehlen 8 Tafeln: Nr. 4 (Camellia Reticulata), 12 (Japonica Variegata), 19 (Jap. Paeoniflora Rosea), 20 (Jap. Althaeaflora), 21 (Jap. Anemoniflora Alba.), 26 (Jap. Elegans), 32 (Jap. Speciosa) und 36 (Jap. Rosa-Sinensis), eine neunte Tafel (Nr. 40) ist durch Kinderhand nahezu unbrauchbar bemalt. - Einband etwas berieben, Ecken bestoßen. 2 Tafeln am Rand gelöst (Nr. 3 u. 9), lose beiliegend. Wenige Tafeln mit leichtem Krakelee im Blattgrün, 3 Tafeln etwas stärker betroffen (Nr. 24, 25 u. 27), außerdem die Blütenform der Tafel 31 von Kinderhand mit weichem Bleistift nachgezeichnet. - Trotz der Unvollständigkeit, selten im Handel anzutreffende Ausgabe eines der bibliophilsten Werke über Kamelien.
Botanik. - Duhamel du Monceau, Henri Louis:
[Traite des arbres Fruitiers... Nouvelle edition, augmentee d'un grand nombre d'especes de fruits obtenus des progress de la culture, par A. Poiteau et P. J. F. Turpin]. 2 Bde. (von 6 Bdn.) in 1 Bd. Mit 126 kolor. Farbstich-Tafeln. [Paris u. Strasbourg, F.-G. Levrault] (1807)-[ca. 1812]. XXII S. (Vorrede), 161 Bll. (Tafel-Beschreib.). Folio (32 x 46 cm). HLdr. d. zweiten Hälte des 19. Jh. mit goldgepräg. RTitel und reicher RVergoldung sowie farb. marmor. Schnitt. EUR 28.000,-

Great Flower Books, S. 93 („jewel-like prints“, mit Abb.). - Dunthorne Nr. 101, S. 141f („One of the finest and rarest books on fruit“, mit Abb.). - Nissen BBI 551. - Brunet, II 871. - Enthält die Lieferungen des 1. und große Teile des 2. Bandes (von 6 Bdn.) mit der Vorrede, den beschreibenden Text und den in der Platte numerierten Farbstichen Nr. 1-124; das Gesamtwerk umfaßt 422 Tafeln. - Ohne Titelblatt gebunden, es fehlten 2 Farbstiche (Nr. 52: „Épine-Vinette a fruit Blanc“ u. 115: „Bon-Chrétien panaché“). Vier Plattennummern doppelt vergeben (27, 88, 92 u. 109, ergibt zus. 8 Farbstiche). - Eine der großartigsten Werke sowie prächtigsten und seltensten Bücher über Obstsorten und Früchte. Der „Traité“ ist keine einfache Neuauflage von Duhamel du Monceau's Arbeit aus dem Jahre 1768, sondern sollte als ein völlig unabhängiges Werk ab 1807 in 72 Lieferungen bis 1835 erscheinen. Dieses Buch folgt dem Stil der großen botanischen französischen Werke des späten achtzehnten Jahrhunderts und ist vielleicht das größte Opus, das je über Obst verlegt wurde. Die Farbstiche zeigen in brillantestem Kolorit u.a. Äpfel, Birnen, Mandeln, Nektarinen, Pfirsiche, Kirschen, Pflaumen, Weintrauben, Himbeeren und Erdbeeren. Sie wurden von dem berühmten Farbdrucker Langlois nach Aquarellen von Antoine Poiteau und Pierre-Jean-François Turpin gedruckt. Poiteau und Turpin waren hervorragende Künstler, die im Stil von Pierre-Joseph Redouté arbeiteten, wobei Poiteau Schüler von Redouté war. Die Kupfer wurden in Punktiermanier erstellt, farbig gedruckt und durch Handkolorit abgeschlossen. „Pierre Turpin's watercolor was etched in stripple by Bouquet, and printed in five colors à la poupée at the press of Langlois“ [and] „retouched by hand“ (siehe Great Flower Books). - Ein Vergleich mit vorliegender Tafel 104 „Abricot-Pêchet“ und der bei Great Flower Books ebenso ganzseitig farbig abgebildeten Tafel, zeigt bei unserer Tafel feinere Details des Handkolorits im Zweig der Frucht. - 1846 wurden die Tafeln in der „Pomologie francaise“ wieder abgedruckt, dort erhielten sie eine andere Anordnung, wobei „der Name Turpins auf den von ihm herrührenden Tafeln entfernt“ wurde (siehe Nissen) und sich Poiteau als alleiniger Autor nannte. - Der schöne goldgepräg. Halbleder-Einband stammt von dem Buchbinder „Louis [Paul August] Meincke Buchbinder in Lübeck“ (Blindprägestempel auf dem hint. Vorsatzblatt), der in der zweiten Hälfte es 19. Jh. in der Weberstraße 712 seine Werkstatt hatte (Lüb. Adreß-Buch 1879). - Sehr gut erhaltene, breitrandige Folge mit den ersten 126 Farbkupfern, die im „Great Flower Books“ als „jewel-like prints“ bezeichnet werden, eingebunden im prächtigen Halbledereinband des 19. Jh. - ENGLISH TRANSLATION: Great Flower Books., p. 93 („jewel-like prints“ with a reprint). - Dunthorne Nr. 101, p. 141f („one of the finest and rarest books on fruit“, with a reprint). - Nissen BB1 551. - Brunet, II 871. - It has the instalments of Vol. 1 and the majority of the instalments of Vol. 2 (from 6 vols.) with the preface, the description and the coloured copperplate engravings, all on the plate numbering 1 to 124; the complete work encompasses 422 plates. - Bound without the title page, two copper prints are missing (No. 52: „Épine-Vinette a fruit Blanc“ and No. 115: „Bon-Chrétien panaché“). Four plate numbers have twice been allocated (27, 88, 92 and 109, together eight colour plates). - This is one of the most magnificent works as well as one of the most splendid and rarest books on the different kinds of fruit. The „Traité“ is not just a new edition by Duhamel du Monceau's work during the year 1768; on the contrary, it was to be published as a completely independent work from 1807 onwards in 72 instalments until 1835. This book followed the style of the great botanical French works of the late eighteenth century and is perhaps the greatest book ever written about fruit. The colour-printed copper prints reveal in the most brilliant colour design inter alia apples, pears, almonds, nectarines, peaches, cherries, plums, grapes, raspberries and strawberries, produced by the famous colour printer, Langlois, based on water colours by Antoine Poiteau and Pierre-Jean-François Turpin. Poiteau and Turpin were outstanding artists whose work followed the style of Pierre-Joseph Redouté, and Poiteau was a student of Redouté. „Pierre Turpin's water colour was etched in stripple by Bouquet, printed in five colours à la poupée at the press owned by Langlois“ and then „retouched by hand“ (consult Great Flower Books). - Our plate No. 104 „Apricot-Pêchet“ displays the hand-painting of the fruit in greater detail when compared to the same colour plate now available und reprinted in „Great Flower Books“. - In 1846, the plates were printed again, this time in the „Pomologie francaise“, where they were arranged differently and the name Turpin on the plates which he had designed removed (consult Nissen), with only Poiteau's name as the author appearing. - The beautiful gold-embossed half-leather single volume is the work of the bookbinder, „Louis [Paul August] Meincke in Lübeck“ (there is an embossed hallmark on the rear endpaper), whose workshop was 712, Weber Street during the second half of the nineteenth century (according to the Lübeck Address Book of 1879). - This is a very well preserved edition with wide margins: the first 126 colour-printed copper prints are described as „jewel-like prints“ in the „Great Flower Books“ and the book is beautifully bound in the splendid half-leather of the nineteenth century.
Botanik. - Flora der Gewächshäuser und Gärten Europa's,:
oder Beschreibung und Abbildung der seltensten und vorzüglichsten Pflanzen, welche neuerdings auf dem Continente und in England eingeführt worden sind... Bände 2 und 3 (von 3 Bdn.?) in 2 Bdn. Mit 211 (davon 28 gefalt.) kolor., farb. Lithographien sowie einigen Textholzschnitten. Gent, Louis [Benoit] van Houtte 1846-1847. Zus. ca. 200 nn. Bll. (Text). Gr.-8°. HLdr. d. Zt. auf 4 Zierbünden mit goldgepräg. Rückentitel und Rückennummern ("2." und "3."), marmor. Schnitt und Lesebändchen. [6672] EUR 1.480,-
Nissen BBI 2254. - Great Flower Books, S. 157f. - Erste [und einzige] dt. Ausgabe. - Vollständiger 2. und 3. Band, bzw. 2. und 3. Jahrgang der deutschen Ausgabe dieser bekannten, reich illustrierten, botanischen Zeitschrift „Flore des serres et des jardins de l'Europe, Journal général d'horticulture...“, hrsg. von Louis van Houtte (1810-1876) und Charles Lemaire (1800-1871). - Nachweisbar sind in Bibliotheken nur die ersten drei Jahrgänge der Zeitschrift in deutscher Sprache, so daß möglicherweise das Erscheinen der deutschsprachigen Ausgabe nach dem dritten Band eingestellt wurde. - Sie gilt mit ihren prächtig ausgearbeiteten kolor., farbig lithographierten Tafeln als eine der schönsten Gartenbauzeitschriften ihrer Zeit und zeigt einerseits neu entdeckte exotische Pflanzen aus aller Welt und andererseits ebenso populäre europäische Kulturpflanzen. Die „Flore des serres...“ erschien monatlich ab 1845 und stellte ihr erscheinen mit dem 23. Band 1880 ein. Der Belgier Louis van Houtte war von 1836-1838 Leiter des „Jardin Botanique de Brussels“, nach dem er auf Expeditionen in Brasilien und Afrika exotische Pflanzen und speziell Orchideen sammelte. In Gent gründete er die „belgische Royal Horticultural Society“ und es entstand in den Folgejahren die größte Gärtnerei mit Gartenbauschule auf dem europäischen Kontinent auf einer Fläche von 14 Hektar und mit über 50 Gewächshäusern. In seiner eigenen lithographischen Anstalt, inmitten der Gewächshäuser, entstanden seine prächtigen Verkaufskataloge. Hier wurden auch die Jahrgänge der „Flore des serres...“ in Zusammenarbeit mit den bekannten Botaniker und Zeichner Charles Lemaire und Michael Joseph François Scheidweiler (1799-1861) verlegt, die viele der schönen Farbtafeln zeichneten und in prächtiger Qualität farbig lithographierten, feinere Details wurden durch Handkolorit ausgeführt. Bekannte Botaniker trugen mit Ihren Beiträgen ihren Anteil an der Qualität der Jahrgänge, u.a. Ad. Brongniart, J. Decaisne, Ch. Lemaire, G. Miquel, Ach. Richard, M. Scheidweiler, de Vriese, L. van Houtte (a. d. Titelblättern). - Vorliegende Bände enthalten 211 Lithographien, wobei 27 gefaltete Lithographien eine Doppelnummer, bzw. 1 Lithographie eine Dreifachnummer erhielten. - Mit den zwei Registern der bis dahin erschienenen Jahrgänge. - Einband gering bestoßen, Rücken etwas berieben und verblichen. - Einige Tafeln mit leichtem Farbabklatsch, 5 stärker betroffen. Wenige Tafeln am Rand eng beschnitten, mit sehr geringem Darstellungsverlust. 2 Tafeln (No. IV u. V mit Textblättern) der 1. Lieferung von Bd. 3 ans Ende des 2. Bandes gebunden. - Im Gesamteindruck gut erhaltene, vollständige Ausgabe des zweiten und dritten Jahrganges. - Selten.
Botanik. - Flore des serres et des jardins de l'Europe:
Ou descriptions et figures des plantes les plus rares et les plus méritantes... Tome quatrième [Bd. 4 von 23 Bdn.]. Mit 108 (davon 98 kolor., farb. lithogr. und 14 mehrfach gefalt.) Tafeln sowie einigen Textholzschnitten. Gent, Louis [Benoit] van Houtte 1848. Ca. 133 Bll. (Text). Gr.-8°. HLdr. d. Zt. auf 4 Zierbünden mit goldgepräg. Rückentitel und Rückennummer ("IV."), Ganzgoldschnitt und Lesebändchen. EUR 660,-

Nissen BBI 2254. - Great Flower Books, S. 157f. - Vollständiger 4. Band, bzw. 4. Jahrgang 1848 dieser bekannten, reich illustrierten, botanischen Zeitschrift hrsg. von Louis van Houtte (1810-1876) und Charles Lemaire (1800-1871). Sie gilt mit ihren prächtig ausgearbeiteten kolor., farbig lithographierten Tafeln als eine der schönsten Gartenbauzeitschriften ihrer Zeit und zeigt einerseits neu entdeckte exotische Pflanzen aus aller Welt und andererseits ebenso populäre europäische Kulturpflanzen. Die „Flore des serres...“ erschien monatlich ab 1845 und stellte ihr Erscheinen mit dem 23. Band 1880 ein. Der Belgier Louis van Houtte war von 1836-1838 Leiter des „Jardin Botanique de Brussels“, nach dem er auf Expeditionen in Brasilien und Afrika exotische Pflanzen und speziell Orchideen sammelte. In Gent gründete er die „belgische Royal Horticultural Society“ und es entstand in den Folgejahren die größte Gärtnerei mit Gartenbauschule auf dem europäischen Kontinent auf einer Fläche von 14 Hektar und mit über 50 Gewächshäusern. In seiner eigenen lithographischen Anstalt, inmitten der Gewächshäuser, entstanden seine prächtigen Verkaufskataloge. Hier wurden auch die Jahrgänge der „Flore des serres...“ in Zusammenarbeit mit den bekannten Botaniker und Zeichner Charles Lemaire und Michael Joseph François Scheidweiler (1799-1861) verlegt, die viele der schönen Farbtafeln zeichneten und in prächtiger Qualität farbig lithographierten, feinere Details wurden durch Handkolorit ausgeführt. Bekannte Botaniker trugen mit Ihren Beiträgen ihren Anteil an der Qualität der Jahrgänge, u.a. „Ad. Brongniart, J. Decaisne, Alph. de Candolle, F. E. L. Fischer, Ch. Lemaire, G. Miquel, Achille Richard, M. Scheidweiler, de Vriese“ (a. d. Titelblatt). - Vorliegender Band enthält u.a. die Lithographien Nr. 303-424, wobei u.a. die 14 gefalteten Lithographien eine Doppelnummer erhielten. - Mit Register der bis dahin erschienenen Jahrgänge ("Table générale alphabétique"). - Einband gering bestoßen, Rücken etwas berieben und verblichen. - Wenige Tafeln mit leichtem Farbabklatsch. - Im Gesamteindruck gut erhaltene Ausgabe.

Botanik. - Knoop, Johann Hermann:
Pomologia, dat is beschryvingen en afbeeldingen van de beste soorten van appels en peeren, ... Mit 20 handkolor. Kupferstich-Tafeln u. 1 handkolor. gest. Wappen im Text. - Angebunden: Knoop, Joh. H.: Fructologia, of Beschryving der Vrugtbomen en Vrugten, die men in de hoven plant en onderhoud... Mit 19 handkolor. Kupferstich-Tafeln. 2 Bde. in 1 Bd. Leeuwarden, A. Ferwerda, bzw. A. Ferwerda u. G. Tresling 1758 u. 1763. 2 Bll., 86 S., 1 Bl.; 2 Bll., 132 S. Kl.-Folio (27 x 35 cm). HLdr. der ersten Hälfte des 19. Jh. mit goldgepräg. RTitel und RVergoldung. [6465] EUR 1.750,-

Nissen BBI 1077, 1078. - Erste Ausgaben. - Schöne Ausgabe der ersten zwei Veröffentlichungen von Knoop's Obst-Monographien. - Johann Hermann Knoop (1700-1769) diente als Hofgärtner in Marienburg, in der Nähe von Leeuwarden. Seine „fruit monographs, apples and pears in the first, plums, peaches, cherries, nuts and soft fruit in the second, are among the earliest books on the subject to be illustrated with coloured plates, the Pomologia ones packed with a dozen or so varieties, each with a label giving its time of ripening ... As descriptive records of varieties of fruit in cultivation, observed by a dedicated and scientific gardener late in his career, they are often cited by later authors“ (siehe: An Oak Spring Pomona, S. 131). - Insgesamt veröffentlichte Knoop zwei weitere, jedoch unillustrierte Monographien dieser Thematik (1763: „Dendrologia...“ 1769: „Beschryving van de Moes- en Keuken-Tuin...“). - Die Kupfer, die auf eigene Zeichnungen Knoop's beruhen, zeigen in der ersten Arbeit 12 handkolor. Kupfer mit zus. 103 Äpfelsorten und 8 handkolor. Kupfer mit zus. 82 Birnensorten. Die zweite Arbeit zeigt auf 19 handkolor. Kupfern verschiedene Früchte (tls. mit Sorten) von Quitte, Kirsche, Pflaume, Aprikose, Pfirsich, Mandel, Feige, Trauben, Kastanie, Walnuß, Haselnuß, Mispel, Maulbeere, Himbeere, Brombeere, Johannisbeere, Stachelbeere, Berberry und Kornelkirsche. - „Man muß nachdrücklich festhalten, daß J. H. Knoop mit diesem Werke eine neue Wissenschaft begründet und ihr den Namen gegeben hat. Er beschreibt die besten Sorten, Äpfel und Birnen, und gibt die ersten farbigen Abbildungen in natürlicher Größe wieder, wie sie in Holland, Deutschland, Frankreich, England sowie in anderen Ländern angebaut wurden“ (siehe Martini: Geschichte der Pomologie in Europa, S. 59). - Einband etwas berieben und leicht bestoßen. Innen in sehr guter Erhaltung. Die Kupferstiche jedoch meist mit leichtem Abklatsch des Kolorits auf den gegenüberliegenden Textblättern, überwiegend die roten Farbtöne betreffend. - Im Gesamteindruck gut erhaltene Ausgabe.
Geographie und Reisebeschreibungen. – Ägypten. - Werner, Karl:
Nilbilder. Vier und zwanzig Facsimiles nach Aquarellen. Naturaufnahmen während zweier Orientreisen 1862 und 1865. Erläuternde Texte von A(lfred) E(dmund) Brehm und J(ohannes) Dümichen. Pantographie-Ausgabe Seitz Patent. Mit 1 farb. lithogr. Karte als Frontispiz, Textabbildungen und 24 chromolithographischen Tafeln. Wandsbeck [bei Hbg.], Artistische Anstalt Gustav W. Seitz 1881. 1 Bl. (Titel), 81 S. Folio (38,5 x 30 cm). OLwd. mit gold-, schwarz-, blau- u. rotgepräg. Vorderdeckel und Rücken sowie GGoldschnitt. [5846] EUR 1.600,-

Ibrahim/Hilmy II, 324. - Gutes Exemplar des zuerst in den siebziger Jahren in Lieferungen erschienenen Werkes. - Prachtvolle ägyptische Ansichten und Szenen von dem zu seiner Zeit gefeierten Aquarellisten Karl Werner (vgl. ADB XLII, 61 - 63), der den Nil aufwärts bis nach Nubien bereiste. Werner schuf nach der Natur ebenso detailgenaue wie lebendige und stimmungsvolle Bilder von besonderer Ausdruckskraft. Die Tafeln (in der Darstellung datiert 1870-1874) sind auf Grund der Genauigkeit ihrer topographischen, ethnographischen und architekturgeschichtlichen Darstellung von bleibendem Wert. Sie zeigen die Pyramiden von Giseh, das Nilufer bei Achmim, die Ruinen des Tempels von Karnak, die Insel Philae, Szenen aus Kairo, Geldwechsler und Bandweber in Esneh, einen Barbierladen in Achmim, ein nubisches Kind u.a. - Der den Tafeln begleitende fundierte Text stammt von dem deutschen Ägyptologen Johannes Dümichen (1833-1894) und dem Zoologen und Schriftsteller Alfred E. Brehm (1829-1884). - Die Karte zeigt: „Aegypten. Geographische Verteilung der Nilbilder von Kairo bis zur Nubischen Grenze“. - Einband nur gering berieben, Rücken leicht verblichen, Ecken etwas bestoßen. Vorderdeckel in unterer Außenecke mit stark verblaßter Prägung (oberflächlicher Wasserfleck, Text und Tafen nicht betroffen!). Wenige Tafeln im weißen Rand vereinzelt schwach fleckig. - Im Gesamteindruck noch gut erhaltene, in Text und Tafeln vollständige Ausgabe.
Geographie und Reisebeschreibungen. – Italien. - Frommel, Carl:
Pittoreskes Italien. Nach dessen Original-Gemälden und Zeichnungen. Die Scenen aus dem Volksleben nach Zeichnungen von Catel, Gail, Goetzloff, Mosbrugger Weller, Pinelli etc. In Stahl gestochen in dem Atelier von C. Frommel und H. Winkles. Text für Ober-Italien von W. v. Lüdemann, Unter-Italien von C. Witte. 3 Tle. in 2 Bdn. Mit 3 gest. Titeln und 100 Stahlstich-Tafeln. Lpz., Ch. E. Kollmann 1840. IX, 1 Bl., 186 S.; 187-574 S. Gr.-8°. Ldr. d. Zt. mit goldgepräg. Rückentitel. [6289] EUR 1.100,-

Engelmann S. 608f. - Zweite, um 50 Kupfer erweiterte Ausgabe, des 1837 mit nur 53 Kupfern (inkl. 3 gest. Titeln) zuerst in Lieferungen erschienenen Werkes. - Einbände nur sehr gering bestoßen. - Schönes, vollständiges und kaum fleckiges Exemplar des bekannten Ansichtenwerkes zu Italien, in schöner Ganzleder-Ausgabe der Zeit.
Geographie und Reisebeschreibungen. – Mariti, Johann:
Reisen durch die Insel Cypern, durch Syrien und durch Palästina in den Jahren 1760 bis 1768, in einem Auszuge aus dem Italiänischen (!) übersetzt von Christian Heinrich Hase. Mit gest. TVign. und 1 gefalt. kolor. Kupfertafel. Altenburg, Richter 1777. 1 Bl., VIII, 572 S. 8° Pp. d. Zt. mit rotem Schnitt. EUR 1600,00

Atabey Blackmer 770. - Dinse 432 u. 439. - Erste dt. Ausgabe. - Giovanni Mariti (1736-1808) verbrachte viele Jahre auf der Insel Zypern, lebte in Larnaca und wurde zum Vizekonsul ernannt. Er reiste dann nach Syrien, Palästina und Ägypten. Zurück in Italien im Jahre 1768 schrieb er seine Erlebnisse detailgetreu auf. Sorgfältig und ausführlich beschreibt er hier Geographie, Geschichte, Verwaltung und die Gewohnheiten der verschiedenen Nationen, die er besuchte. Die Originalausgabe "Viaggi per l'isola de Cipro et per la Soria e la Palestina" (Florenz 1769-76) erschien weitaus umfangreicher in 9 Teilen (siehe Brunet III, 1435). - Zur deutschen Ausgabe schreibt die ‚Auserlesene Bibliothek der neuesten deutschen Litteratur’. 1778, Bd. 14, S. 562ff: "Die bisher erschienene 5 Octavbände hat Hr. Hase in anderthalb Alphabete herabgeschmolzen, indem er alle die unnütze antiquarische Gelehrsamkeit nicht mit übersetzt hat". - Mariti "had read Bordone, Lusignan and probably Meursius, but he relies almost entirely on his own notes of what he had seen and heard. And herein lies its value, for he is observant and conscientious. The book stands as the best account of the condition of Cyprus in the third quarter of the last century" (aus dem Vorwort des Übersetzers Claude Delaval Cobham zur ebenso stark gekürzten engl. Ausgabe 'Travels in the island of Cyprus', Cambridge 1909). – Die kolor. Tafel zeigt eine Purpurschnecke. - Einband nur etwas berieben. Rückenbezug unter Verwendung des alten Materials neu fixiert. Innen in nahezu makelloser Erhaltung. - Vorsatzblatt mit Stempel (dem Deutschen Marine-Institut gestiftet 1976; gelöscht!). - Mit Wappenexlibris von "Rudolph und Elke Firle" auf dem Innenspiegel. Rudolph Firle (1881-1969) war Marineoffizier, Publizist und Direktor des Norddeutschen Lloyds. - Selten.
Kinder- und Jugendbücher. - Geissler, P[eter] C[arl]:
Neuester Orbis pictus für die Jugend. Oder lehrreiche und unterhaltende Bilderschau von Gegenstaenden aus der Natur, der Kunst und dem Menschenleben, mit beigefügter Erklärung in deutscher, französischer, italienischer u. englischer Sprache. Mit lithogr. Titel (auf dem VDeckel) und 24 altkolor., Eiweiß gehöhten lithogr. Tafeln. Nürnberg, C. H. Zeh 1842. 12 Bll. (Text). Folio. HLwd. d. Zt. mit illustr. VDeckel (lithogr. Titelblatt). EUR 1.800,-

Wegehaupt III, 2613 (Ausgabe 1841). - Pilz S. 375. - Rammensee 496. - Pressler, Schöne alte Kinderbücher, Nr. 43 (ganzs. Abb.). - Slg. Strobach 56 (Ausg. 1841). - Sehr schönes Orbis pictus des Aquarellmalers und Kupferstechers Peter Carl Geißler (1802-1872), der für seine reich illustrierten Kinder- und Jugendbücher bekannt war. Die prächtigen 24 lithogr., altkolor. Tafeln von A bis Z mit entsprechenden figuralen Randverzierungen, zeigen mittig eine fein ausgearbeitete, altkolorierte Szenerie mit Berufen (Zimmermann, Scherenschleifer, Obst-händlerin, Blumenhändlerin, Jäger, Jahrmarkt u.a.) und Menschen, tls. fremder Völker, Soldaten, Kartenspieler u.a. - Das reich illustrierte lithogr. Titelblatt hier auf dem Vorderdeckel montiert. - Einband angestaubt. Rücken zaghaft und sehr dezent restauriert, Innenspiegel unter Verwendung alten Papiers erneuert. Textblätter meist an den Rändern etwas braunfleckig. Die Tafeln vereinzelt am Rand gering fingerfleckig. - Insgesamt schöne Ausgabe dieses seltenen, volkskundlich sehr interessanten Orbis pictus.

Kopenhagen. - Proft, Christian Gottlob (Hrsg.):
Politisk og oekonomisk Lommebog, eller Kiobenhavns Stats- og Handels-Veiviser [-Vejviser] for 1789. Med en nye Grung-Tegning over Kiobenhavn. Siette [6.] Aargang. Mit 4 gefalt. Tabellen. Kopenhagen (København), C. G. Proft 1789. 2 Bll., 264 S. (Stats-Fortegnelse), 200 S. (Anviisning). Gr.-12°. HLdr. d. Zt. mit goldgepräg. RSchild. (VERKAUFT)

Kopenhagener Staats-, Handels- und Adreßbuch für 1789, daß ab 1770 unter dem Titel „Kjobenhavns politiske Veyviser“, dann für 1782 als „Kiobenhavns nye Veyviser“ und ab 1784-90 von Chr. G. Proft als „Politisk og oekonomisk Lommebog“ in 7 Jahrgängen hrsg. wurde. Spätere Jahrgänge erschienen u.a. unter dem Titel „Kjobenhavns Vejviser“ und „Topographik og okonomisk Lammebog...“ (siehe Bibliotheca Danica: Kjobenhavns Gader / Kirker, S. 616). - Reicher Fundus an Informationen zum Königreich Dänemarks und im zweiten Teil („Anviisning“) über die Bewohner Kopenhagens mit Angabe des Namens, Berufes und der genauen Adresse in Kopenhagen. - Einband nur etwas berieben. Innen papierbedingt teilweise gleichmäßig leicht gebräunt. - Gut erhaltene, seltene Ausgabe.

Kunstgeschichte. – Neapel. - Del Re, Domenico (Hrsg.):
Rimembranze storiche e artistiche della città di Napoli. Con trenta tavole in rame. Mit 1 gest. Titelblatt mit Vignette und 30 gest. Tafeln. Neapel (Napoli), Stamperia dell'iride 1846. IV, 238 S., 1 Bl. (Errata). 8°. OLwd. [6711] EUR 680,00

Erste Ausgabe, sehr selten. - Gestochenes Titelblatt und goldgepräg. Rücken betitelt mit „Rimembranze napolitane. Album per l'anno 1847“. - Interessanter Führer zu ausgewählten Kunstwerken und architektonischen Sehenswürdigkeiten der Stadt Neapel. In 26 Kapiteln werden von verschiedenen, tls. bekannten italienischen Autoren Kunst und Architektur Neapels beschrieben und mit mindestens einem Kupferstich illustriert: I.: Del Re, G.: La Bella del Parmigianino. Dipinto del Mazzuoli. - II: Liberatore, Raffaele: Antonello Sanseverino. Dipinto del Giorgione. - III.: Ventimiglia, Domenico: La Tribuna di S. Lorenzo. - IV: Ruggiero, Michele: La Gabbia degli Amori. Pittura di Pompei. - V: Del Re, G.: Pussino e il Cardinal Massimo. Dipinto di Lemasle. - VI: Capecelatro-Ricciardi, Irene: Giulio Sabino e Adone e Venere. Dipinti di Camillo Guerra. - VII: Liberatore, R.: Il Sepolcro di Re Roberto in Santa Chiara. - VIII: Quaranta, Cav. Bernardo: Il Toro Farnese (Nel Real Museo). - IX: Gatti, Stanislao: Giambattista Marini. Dipinto di autrore incerto. - X: Simone, Giuseppe de: La Presentazione di N. S. al Tempio. Dipinto di F. Curia. - XI: Ventimiglia, D.: Le Catacombe. - XII: Casarano, Duca di: Omero che racconta le sue avventure a Glauco. Dipinto di Filippo Marsigli. - XIII: Rocco, Emanuele: Andrea del Sarto. Dipinto da se stesso. - XIV: Ambra, Raffaele de: La calata di Cristo dalla Cruce. Alto rilievo del Santacruce. - XV: Volpicella, Scipione: Don Giovanni d'Austria. Dipinto del Tintoretto. - XVI: Quaranta, Cav. Bernhardo: Il Pavon di Giunone. Pittura Pompeiana. - XVII: Montella, Nicola: Il Campanile di S. Chiara. - XVIII: Ruggiero, Michele: Il Sepolcro di Sergianni Caracciolo. (Nella Chiesa di s. Giovanni a Carbonara). - XIX: Bunucci, Carlo: La bella Ebliena. Dipinto di Giuseppe Franque. - XX: Liberatore, Raffaele: La fontana marmorea di Gian da Nola a Santa Lucia. - XXI: Cesare, Cav. Giuseppe di: La Colonna di Corradino e la Statua di sua Madre. - XXII: Ventimiglia, D.: Amore addormentato. Dipinto del Mazzuoli. - XXIII: Del Re, G.: Saffo e la Religione. Statue di Tito Angelini. - XXIV: Dalbono, Cav. Carlo T.: La Bella del Tiziano. Dipinto del Vecellio. - XXV: Rocco, Emmanuele: Le maschere de'Greci e de'Romani. Pitture antiche. - XXVI: Aiello, G. B.: La Vita umana. Dipinto d'incerto autore. - Guacci-Nobile, Maria Giuseppa: La Vita Umana. Canzone. - Einband berieben und verblichen, Kapitale beschabt, Ecken bestoßen. Vorderes Innengelenk oberflächlich etwas aufgeplatzt. Innenspiegel mit hs. Besitzvermerk. Text und Tafeln vereinzelt etwas stockfleckig. - Insgesamt ordentliches Exemplar.
Literatur. - Cranach Presse:
Cantiques des Cantiques de Salomon. Traduction de le Maistre de Saci. Mit 10 (davon 7 ganzs.) OHolzschnitten und 14 OHolzschnitt-Initialen von Eric Gill. Weimar, Cranach Presse für die Édition de Cluny, Paris 1931. 32 S., 1 Bl. Gr.-8°. Roter OHLdr. mit farb. marmor. Deckenbezug. [6728] EUR 3.200,-

Müller-Krumbach 57 (mit Abb.). - Eins von 50 römisch num. Exemplaren auf Japan (GA 158 [recte: 164]), von denen 10 nicht in den Handel kamen (siehe Müller-Krumbach in Verweis auf Kesslers Teilverzeichnis in „Imprimatur“ 1931.). - Druck in Rot, Schwarz und Braun in der Jenson-Antiqua. - Cluny war der franz. Verleger der Cranach-Presse. Es erschienen ebenso eine deutsche und eine lateinische Ausgabe bei Insel für die Cranach Presse (siehe M.-K. 55 u. 56 sowie Sarkowski 1393: „Das Hohe Lied Salomon“ und „Canticum canticorum Salomonis“). - Für die Gestaltung war Harry Graf Kessler und Max Goertz verantwortlich, die Illustrationen und Initialen schuf Eric Gill, den Satz besorgten Walter Tanz, Hans Schulze und P. Neubert. - Auch wenn Renate Müller-Krumbach für den Einband auf die deutsche Ausgabe verweist, wo für die Bütten-Exemplare Halbpergamenteinbände und für die weiteren Vorzugsausgaben Maroquin vorgesehen waren, sind für die Edition de Cluny auch Exemplare in rotem Maroquin von Otto Dorfner bekannt. Es kann kein Zufall sein, daß unser Einband mit breitem roten Leder-Rücken und goldgeprägtem Rückentitel, Pergamentecken und marmoriertem Deckenbezug, dasselbe Erscheinungsbild aufweist, wie ein bei Kiefer (Auktion 73, 1766) versteigertes Exemplar ebenso auf Japan, wobei die Nummern überdies eng beieinander liegen (Kiefer: XXX, vorliegende Ausgabe: XXXIV). Daher handelt es sich mit sehr großer Wahrscheinlichkeit bei unserem Exemplar auch um einen Orig.-Einband der Edition de Cluny. - Der letzte Druck der Presse, der in seiner harmonischen Vollendung zu den schönsten Druckwerken deutscher Pressen zählt. - Einband sehr gering berieben. Wie meist bei der Ausgabe auf Japan innen durchgehend etwas stockfleckig. - Gut erhaltene Ausgabe.
Literatur. - Kafka, Franz:
Ein Hungerkünstler. Vier Geschichten. Bln., Verlag Die Schmiede 1924. 85 S., 1 Bl. 8°. Brauner OPp. mit rotem Rücken- und Vorderdeckelschild. [6717] EUR 750,-

(= Die Romane des XX. Jahrhunderts). - Raabe 146.7. - Dietz 66. - Hemmerle S. 27. - W/G² 817, 7. - Erste Buchausgabe. - Vorab in „Die neue Rundschau“ Jg. 33, 1922 erscheinen. - Enthält: Erstes Leid, Eine kleine Frau, Ein Hungerkünstler, Josefine, die Sängerin oder das Volk der Mäuse. - Einbandentwurf von Georg Salter, Berlin. - Einband an den Kapitalen und Außenkanten gering berieben. Rückenschild verblichen. Blätter sehr vereinzelt minimal stockfleckig. Als chemische Reaktion auf einen beiliegenden hs. Notizzettel ist letztes Textblatt (S. 85 verso) etwas braunschattig. Fliegendes Vorsatzblatt mit kleinem Monogramm. - Im Gesamteindruck gut erhaltene Ausgabe.
Literatur. - Lavater, Johann Caspar:
Physiognomische Fragmente, zur Beförderung der Menschenkenntniß und Menschenliebe. Mit vielen Kupfern. Erster [bis] (vierter) Versuch. 4 Bde. Mit 4 gest. Titelvign., 343 Kupfertafeln und 488 gest. Textkupfern von u. nach D. Chodowiecki, J. H. Lips, J. R. Schellenberger u. a. Lpz. u. Winterthur, Weidmanns Erben und Reich, und Heinrich Steiner und Compagnie 1775-78. VIII S., 6 Bll., 272 S., 4 Bll.; 5 Bll., 291 S., 4 Bll.; 6 Bll., 356 S., 4 Bll.; XII, 490 S., 5 Bll. 4°. HLdr. der zweiten Hälfte des 19. Jh. mit RVergoldung und goldgepräg. RTitel sowie farb. marmor. Schnitt. (VERKAUFT)

Goed. IV/1, 262, 31 a. - Schulte-Strathaus 77a. - Neufforge 526. - Kippenberg 578. - Lanck-Oehler II, 222. - Erste Ausgabe. - Laut Schulte-Strathaus betrug die Auflage 750 Ex. - Hauptwerk Lavaters, in dem er seine physiognomischen Erkenntnisse meist an Porträts von Zeitgenossen oder historischen Figuren erläutert. Dargestellt sind u. a.: Newton, Goethe, Friedrich II., Lenz, Herder, Mendelssohn, Frau von Stein, aber auch Homer, Sokrates, Cicero, römische Kaiser, Tiere u. v. m. (zu den 14 Bll. von D. Chodowiecki: Bauer 192-205). - Durch die zahlr. Porträtstudien „gewinnt das Werk den Charakter einer Ikonographie bedeutender Menschen des 18. Jahrhunderts“ (Neufforge). - Der junge J. W. von Goethe erhielt das Manuskript zur Durchsicht, lieferte zahlr. Text- und Bildbeiträge und besorgte die Drucklegung (vgl. Hagen 540 u. 550). - 1783-87 erschien eine zweite, „verkürzte“ Ausgabe
von Joh. Michael Armbruster ebenso bei Steiner und Compagnie (siehe Goed. IV/1, 262, 31 b). - Einbände etwas berieben, Ecken leicht bestoßen, Rücken aufgehellt und mit einigen Schabspuren. Text und Tafeln meist in hervorragender Erhaltung, nur wenige Lagen des Textes und sehr wenige Tafeln etwas stockfleckig. Wenige Textblätter und sehr wenige Tafeln mit alt fachkundig hinterlegten bzw. ergänzten Einrissen sowie zus. 7 Registerblätter am Rand alt hinterlegt (alle ohne Text- bzw. ohne Darstellungsverlust). Die ersten 7 Blätter bei Bd. IV etwas braunfleckig. Die Tafel „Erasmus“ im Bd. II mit geringen Darstellungsverlust an der Hutspitze durch engen Beschnitt. - Insgesamt schönes Exemplar auf gutem Papier, eines der aufwendigsten Werke der Goethezeit, das unter Mitwirkung der besten Stecher des 18. Jahrhunderts entstand.

Literatur. - Tucholsky, Kurt:
Rheinsberg. Ein Bilderbuch für Verliebte. Mit 8 (davon 6 ganzs.) Orig.-Radierungen von Kurt Szafranski. Bln., Axel Juncker Vlg. [1921]. 101 S., 1 Bl. 8°. Grüner OHLdr. mit goldgepräg. RTitel, farb. illustr. Vignette auf dem VDeckel und Kopfgoldschnitt. EUR 940,00

Eins von 750 (GA 1000) numerierten und von Kurt Tucholsky und Kurt Szafranski im Impressum eigenhändig signierten Exemplaren auf Velin. - „Das fünfzigste Tausend von 'Rheinsberg' wurde als einmaliger Sonderdruck bei der Firma Dietsch & Brückner in Weimar in der Unger-Fraktur gedruckt. Dem Text wurde die ursprüngliche Fassung des Werkes zugrunde gelegt. Kurt Tucholsky schrieb eine Vorrede, Kurt Szafranski radierte die Kupfer. In den Handel kommen 1000 Exemplare, jedes Exemplar ist numeriert und vom Autor und Künstler signiert“ (aus dem Impressum). - In der Weltbühne vom 8. Dez. 1921. (Nr. 49, S. 579) schrieb Tucholsky über diese Vorzugsausgabe: „Im 'Börsenblatt für den deutschen Buchhandel' finde ich eine Anzeige: 'Rheinsberg, ein Bilderbuch für Verliebte' erscheine zu seinem fünfzigsten Tausend in einer feierlichen und vom Verfasser abgezogenen Luxusausgabe. Die Vorrede, steht da, schrieb Kurt Tucholsky. Aber das ist nicht das richtige. Wo werde ich in einen signierten Büttenband etwas Gescheites hineinschreiben! Die richtige Vorrede soll hier stehen. Rheinsberg ... Et hoc meminisse iuvabit ... Die Sache war damals so, dass ich das Buch, nach dem später generationsweise vom Blatt geliebt wurde, an der See schrieb, auf die Postille gebückt, zur Seite die wärmende Claire, und es, nach Berlin zurückgekehrt, Herrn Kunstmaler Szafranski vorlas. Das war eine Freude -! Der Dicke sagte, einen solchen Bockmist hätte er wohl alle seine Lebtage noch nicht vernommen, aber wenn ich es ein bißchen umarbeitete, und wenn er es illustrierte, dann würde es schon gehen. Ich arbeitete um, ließ die hübschen Stellen weg, walzte die mäßigen etwas aus, und inzwischen illustrierte jener, denn was ein richtiger Plagiatmaler ist, der ist fleißig. Während er abzeichnete, ging ich zu Herrn Verlegermeister Axel Juncker. Verleger sind keine Menschen. Sie tun nur so. Dieser warf mich mit Buch hinaus. Nun ist das weiter keine Schande. R. Tagore ist, wie Hans Reimann berichtet, auch erst bei Kurt Wolff abgewiesen worden, und nur der plötzlich bekommene Nobelpreis rettete ihn davor, bei Ullstein verlegt zu werden. Ich erhielt den Nobelpreis nicht - Rosegger stand damals in der engeren Wahl -, aber nachdem mir Verlegermeister Juncker noch rasch mitgeteilt hatte, dass Liebespaare niemals so miteinander redeten, nahm er es doch. Das war ihm ganz recht. Inzwischen war Szafranski nicht müßig gewesen. Unter Zugrundelegung der Lipperheidischen Kostümbibliothek, seines reich ausgestatteten fotografischen Archivs und einiger anderer Vorlagen entsproß seinen dicken Händen langsam ein Werk, das man ruhig unter die besten Arbeiten Paul Scheurichs einreihen darf. Aber er wurde und wurde nicht fertig. Wir telefonierten damals recht lange und recht unfreundlich miteinander - schließlich bestellte er mich in die selige Queen-Bar und zeigte mir, was er angerichtet hatte, Ich trank vier Whiskys hintereinander. Dann sagte ich schüchtern, es sei sehr schön. Szafranski, leichtgläubig wie er nun einmal ist, glaubte das. Das Werk ging unter die Presse. [...] Dieses da ist auch nicht die erste Luxusausgabe. Wir haben schon einmal eine gemacht, ganz privat, damals, als das Buch herauskam. Es waren dreißig Exemplare - und weil wir es unseren Damen schenken mußten, die im Verhältnis 29:1 unter uns aufgeteilt waren, malten wir in alle Exemplare, damit es keinen Arger gäbe, eine schöne 1. [...]“. - Einband im hellen Deckenbezug etwas angestaubt, Rücken nur sehr gering aufgehellt, Ecken an den Außenkanten minimal berieben. - Im Gesamteindruck gut erhaltenes, schönes Exemplar dieser bibliophilen Ausgabe.
Literatur. - Wieland, C[hristoph] M[artin]:
Sämmtliche Werke. Hrsg. von J[ohann] G[ottfried] Gruber. 51 Bde. (statt 53) in 50 Bdn. Mit 50 Frontisp., davon 49 gest. nach Ramberg, Schnorr von Carolsfeld, Opiz u. Füger u.a. sowie 1 lithogr. Porträt. Lpz., G. J. Göschen 1824-27. Kl.-8°. [Gesamtlänge der Ausgabe: 120 cm]. Sehr schöne, hellbraune uniform gebundene HLdr. d. Zt. mit RVergoldung, goldgepräg. RTitel und RNummer, marmor. Deckenbezug sowie grünem Stärkeschnitt, farb. marmor. Innenspiegeln und meist mit Lesebändchen. [6461] EUR 780,-

Goed. IV, 1, S. 573, 193. - Sehr schöne Werkausgabe, der von Johann Gottfried Gruber erstmalig ab 1818 veröffentlichten Ausgabe in Taschenformat. Mit den ersten 2 Teilen (Bücher 1-4) der 4-teiligen Biographie (Bde. 50-53) Grubers „Wielands Leben... mit Einschluß vieler noch ungedruckter Briefe Wielands“, die hier als Bd. 50 auf dem Einband bezeichnet werden, die Teile 3-4 erschienen 1828. Ebenso mit den sehr oft fehlenden 50 schönen Frontispizen meist nach Johann Heinrich Ramberg, jedoch auch nach Schnorr von Carolsfeld, Georg Emanuel Opiz und Heinrich Füger. - Einbände nur sehr gering berieben, Ecken vereinzelt etwas bestoßen. Oberes Kapital von Bd. 25 mit kleiner Stauchstelle. Vorderdeckel von Bd. 30 mit kleinem, unscheinbarem Wurmgang am Rand. Innen tlw. etwas stock-, bzw. braunfleckig. - Sehr gut erhaltene, auch äußerlich sehr schöne Halblederausgabe der Zeit, in dieser Erhaltung seltener anzutreffen.
Lübeck. - Milde, C[arl] J[ulius]:
Denkmäler bildender Kunst in Lübeck, gezeichnet und herausgegeben von C. J. Milde und begleitet mit erläuterndem historischen Text von Ernst Deecke. Hefte I und II (alles Erschienene) zus. in 1 Bd. Mit zus. 9 (statt 6) Feder- bzw. Kreidelithographien (davon 2 altkolor.), 3 doppelblattgr. bronzierten Lithogr. und 1 farb. Lithogr. von C. J. Milde. Lübeck, Selbstvlg. 1843-47. Imperial-Folio. Grüner Orig.-Umschlag. [6777] EUR 780.-

Erste [und einzige] Ausgabe, sehr selten. - Milde (1803-1875) war Schüler der Dresdener und Münchener Akademie, 1826 und 1830-32 in Rom im Kreis der Nazarener und seit 1838 in Lübeck tätig. Er war Begründer und erster Konservator der Altertümersammlung, Kunstforscher, Entdecker und Bewahrer zahlreicher mittelalterlicher Kunstwerke und gilt als der erste Lübecker Denkmalpfleger. - Die vorliegenden zwei seltenen Hefte enthalten Mildes lithogr. Zeichnungen der „in Bronce gravirte[n] Grabplatten“ und Federlithographien (1. Heft) im Dom und St. Marien sowie „Glasmalereien und Ziegelfussböden“ (2. Heft) von St. Marien und aus der abgebrochenen Burgkirche sowie Teile des Ziegelmosaiks des Burgklosters u.a. Außerdem 3 kleinere Lithographien, die als Vorarbeiten zu einem dritten Heft gelten (siehe Text weiter unten). - Die zwei schönen seltenen altkolor. Lithographien zeigen die bemalten Glasfenster in St. Marien. „Januar 1847 ließ er [Milde] 70 Blätter kolorieren und bezahlte dafür 45 Ct.“ (siehe Christa Pieske). - Mit dem erläuternden Text von Ernst Deecke (je 7 S.) zu beiden Heften. - Weitere Hefte waren zwar von Milde und Deecke geplant, wurden jedoch nicht verwirklicht, obwohl es scheinbar 3 lithogr. Vorarbeiten gab, die hier ebenso vorhanden sind und beiliegen (siehe dazu Pieske). - Lithographieren ließ Milde die Tafeln bei der bekannten Hamburger Steindruckerei Speckter & Co., mit deren Familie er seit seiner Jugend freundschaftlichen Kontakt pflegte. Das zweite Heft wurde jedoch bei Gebr. Borchers in Lübeck mit den Lithogr. von Speckter gedruckt (siehe Pieske). - Oftmals sind Mildes Zeichnungen und Lithographien die einzigen dokumentarischen Quellen der zum großen Teil vernichteten Kunstdenkmäler der Lübecker Kirchen. - Zum ersten Heft schreibt Christa Pieske: „Nach der Aufrechnung sind keine 300 Hefte in Lübeck abgesetzt worden. Wie hoch aber die Gesamtauflage war, entzieht sich unserer Kenntnis. Für das zweite Heft läßt sich die Aufrechnung nicht genau konstruieren.“ - Umschlag angestaubt, mit Einrissen. Die Tafeln nur sehr gering angestaubt und vereinzelt minimal stockfleckig. - Über die „Denkmäler“ siehe ausführlich: Pieske, Christa. Die „Denkmäler bildender Kunst“ in Philobiblon. 1972, Jahrgang XVI, H. 4). - Außerdem über Milde: Lüb. Blätter. Jg. 1901, S. 15ff (Theodor Hach), Der Wagen 1938, S. 97ff (W. L. v. Lütgendorff), Biogr. Lex. f. Sch.-Holst. u. Lüb. Bd. 7, S. 140ff. - Thieme/Becker Bd. 24, S. 555f. - Im Gesamteindruck noch gut erhaltene, seltene Lubecensie.
Medizin. - Carrichter, Bartholomaeus:
Kreutterbuch Des Edlen un[d] Hochgelehrten Heren, Doctoris Bartholomei Carrichters von Reckingen. Darin begriffen, Under welchem zeichen Zodiaci, auch in welchem gradu ein jedes kraut stehe, wie sie in leib und zu allen schäden zubereiten, und zu welcher zeit sie zu colligieren sein. Die ander Editio. Straßburg, am Kornmarck by Christian Müller 1577. 8 Bll., 223 S., 8 Bll. (Register). 8°. Pgt. d. Zt. [5630] EUR 780,-

VD 16, C 1207. - Zweite Ausgabe des 1575 zuerst erschienenen Kräuterbuches. - Angebunden: Ders.: Practica, Auß den fürnemesten Secretis, ... I. Vonallerhand Leibskranckheiten. II. Von ursprung der offenen Schäden, und jrer heylung. Jetzt von newem Corrigirt außgangen. Ebenda, 1579. 8 Bll., 160, 182 (statt 183) S. - VD 16 C1211. - Es fehlt das letzte Blatt (S. 183). - Zweite Ausgabe der 1575 erschienenen Practica. - Carrichter, Leibarzt u. a. von Ferdinand I. und Maximilian II. (dessen Tod er durch einen Kunstfehler verursacht haben soll), „gehörte zu dem von der zünftigen Schulmedizin d. Zeit befeindeten Paracelsisten. Im 16. Jh. wurde C.s Kräuterbuch hochgeschätzt, in dem die Heilpflanzen nach den Tierkreiszeichen geordnet sind und den Planetenstellungen Wichtigkeit für das Einsammeln und Anwenden der Kräuter beigemessen wird.“ (NDB III, 158). - Pergament-Einband braunfleckig und leicht gewellt. Vorderes Außengelenk im ersten oberen Viertel angebrochen. Ohne Vorsatzblätter gebunden. Innen gleichmäßig etwas gebräunt, erstes und letztes Blatt etwas angestaubt und fingerfleckig. Innenspiegel mit alter Antiquariatsoblate „Med.-Naturwiss. Antiquariat von M. & H. Becker, Berlin“. - Im Gesamteindruck noch sehr ordentlich erhaltene, seltene Ausgabe.
Naturwissenschaften. - Darwin, Charles:
The Variation of Animals and Plants under Domestication. 2 Bde. Mit 43 Holzschnitten im Text. London, John Murray 1868. VIII, 411, 32 S. (Verlagskatalog); VIII, 486 S., 1 Bl. ("Works on Science"). Gr.-8°. Grüne OLwd. mit goldgepräg. Rückentitel. [6476] (VERKAUFT)

Freeman 877. - Erste Ausgabe, zweite Fassung (First edition, second issue). - Neben dem 1859 erschienenen bahnbrechenden Hauptwerk Darwins „On the Origin of Species“ (Die Entstehung der Arten) gilt „The Variation... under Domestication“ als eines seiner bedeutenden Werke, in dem er Aspekte der Evolutionstheorie wesentlich detaillierter ausarbeitete, als es in der „Entstehung der Arten“ möglich gewesen war. Die Ausgabe erschien Ende Januar 1868 und legt all das von ihm in den letzten Jahrzehnten gesammelte Material vor, das die Variation, die Veränderlichkeit von Tieren und Pflanzen unter dem Einfluß des Menschen zeigt. In diesem Buch legte er auch seine Spekulationen über einen Vererbungsmechanismus („Pangenesistheorie“) dar. Sie stieß selbst bei seinen Freunden auf Ablehnung und sollte sich auch als falsch herausstellen. - „This represents the only section of Darwin's big book on the origin of species which was printed in his lifetime and corresponds to its first two intended chapters. ... It is his longest work and, being so detailed, was never a very successful one, selling only about five thousand copies in his life time and eight [thousand] before the end of the century.“ (Freeman, S. 122). - Editionsgeschichte: Die erste Fassung der Erstausgabe erschien am 30. Januar 1868 in 1500 Exemplaren und war innerhalb von 1 Woche verkauft, bzw. von den Buchhändlern durch Vormerkungen abgenommen. Schon im Februar 1868 erschien die zweite Fassung der Erstausgabe (vorliegendes Exemplar) in einer Auflage von 1250 Stück. Bei ihr wurden die Errata der ersten Fassung in den Text eingepflegt und textliche Änderungen und Ergänzungen durch Darwin vorgenommen. Außerdem kam im Band I ein neuer, einzelner Errata auf Blatt VI hinzu. - Vorliegendes Exemplar enthält die bei Freeman beschriebenen Merkmale der zweiten Fassung und ebenso im Band II das Blatt der Verlagsvorankündigen von J. Murray „Works on Science“, datiert mit „February 1868“ sowie im Bd. I Murray's 32seitigen „General list of works“, datiert „April, 1868“ (recte!). Diese Variante ist seltener vorzufinden, da nach „Freeman“ (S. 123) die meisten Exemplare der zweiten Fassung, den älteren Verlagskatalog von „April 1867“ enthalten. - Die zweite Ausgabe erschien 1875 im kleineren Format textlich erheblich verändert. Die deutsche Erstausgabe erschien noch im Jahr 1868 unter dem Titel „Das Variiren der Thier und Pflanzen im Zustande der Domestication“. - Einband nur minimal bestoßen und geringfügig fleckig, Rücken von Band 2 an kleiner Stelle etwas berieben und aufgehellt. Innen vereinzelt sehr gering stockfleckig. - Im Gesamteindruck sehr gut erhaltene, schöne Ausgabe im grünen Orig.-Ganzleineneinband.
Numismatik. - Cuno, Mauritz:
Der Gar zu gemein werdende Alte und Neue Betrug, Unter denen Reichsthalern. Mit Fleiß entdecket und vor Augen gestellet. Andere Edition. 2 Teile in 1 Bd. Mit 2 gest. TVign. und zus. 94 Kupfern auf 81 Tafeln mit zahlr. Münzdarstellungen. Hbg., Selbstverlag 1712 und 1704. 94 S., 1 Bl.; 148 S. Kl.-8°. Ldr. d. Zt. mit GGoldschnitt und RVergold. sowie farb. marmor. Innenspiegeln. EUR 680,-

Lipsius/Leitzmann I, 93. - Schröder I, 613. – II. Teil in erster Ausgabe, der I. Teil erschien erstmalig 1702, hier vorliegend die „andere Edition“ von 1712. - Der I. Teil enthält 41 Kupfer auf 34 Tafeln, der II. Teil 53 Kupfer auf 47 Tafeln. - Bei den Münzen 1-54 werden auf den Kupfern die Vorder- und Rückseite der echten und falschen Stücke gegenübergestellt, ab Münze 55 (bis 107) „finden sich auff jeden Blad zwey Ungültige“ (zitiert aus „Geneigter Leser“ im II. Tl.). - Mauritz Cuno war Kassierer bei der Hamburger Bank. - Rücken berieben, Kapitale gestaucht. Ohne die fliegenden Vorsatzblätter. - Innen einige Lagen gebräunt oder fingerfleckig. Wenige Kupfer mit Marginalien in Bleistift außerhalb der Darstellung. Titelblatt (1. Tl.) mit hs. Besitzvermerk. – Vorliegende, vollständige Ausgabe beider Teile ist selten im Handel anzutreffen.

Philologie. - Herodot (Herodotos):
Herodoti Halicarnassei. Historiarum lib. IX, IX Musarum nominibus inscripti. Eiusdem narratio de vita Homeri. Cum vallae interpret. Latina historiarum Herodoti, ab Henr. Stephano recognita. Item cum iconibus structurarum ab Herodoto descriptarum. Ctesia quadam de reb. Pers. & Ind. Editio Secunda (2. Aufl.). Mit 1 TVign. in Holzschnitt und 1 (statt 4) gefalt. Holzschnitt-Tafel. [Genf], Henricus Stephanus [d. i. Henricus Estienne] 1592. 24 nn. Bll., 731 S., 12 nn. Bll. (Index). Folio. Neuerer HLwd. in neuerer HLwd.-Pappe. [6749] EUR 880,00

Adams H 398. - Die erste Estienne'sche Ausgabe erschien 1566 (vgl. Adams H 403). - Titelblatt in Rot und Schwarz. - Griechisch-Lateinischer Paralleltext. - Es fehlen 3 Holzschnitt-Tafeln. Die vorhandene, hochformatig gefalt. Holzschnitt-Tafel (bestehend aus 2 Holzschnitten) zeigt den Turm von Babel als schlankes, hochgewachsenes Gebäude mit 8 Etagen und krönendem Tempel mit beschreibendem Text „Descriptio turres Babylonis“ (Tafel 19x47 cm). - Durch einen klassischen Buchbinderfehler, das Übersehen eines dritten „m“, fehlt die Lage „mmm. I.-(VI)“ (S. 685-695). Es wurde aus Versehen die Lage „mm. I.-(VI)“ (S. 409-420) doppelt, bzw. zweifach eingebunden, ein erstes Mal an richtiger Stelle und ein zweites Mal vertauscht statt der Lage „mmm.“, daher fehlt der Text der Seiten 685-695 mit dem letzten Abschnitt zu „Ex eiusdem Ctesiae scriptis quae Indica nominata[ ]su[n]t, excerptae ab eodem Photion historiae“. - Enthält Herodots neun Bücher seiner Historien und ebenso u.a. das lange Zeit Herodot zugeschriebene Leben Homers („Herodoti libellus de vita Homeri“), das heute einem im 2. oder 3. Jh. n. Chr. lebenden, unbekannten „Pseudo-Herodotus“ zugeordnet wird, abschließend das lat. Index (12 nn. Bll.). - Hinter dem Druckernamen „Henricus Stephanus“ verbirgt sich der bekannte franz. protestantische Buchdrucker und Philologe Henricus (II) Estienne (1531-1598), der ebenso ein Vertreter der humanistischen Bewegung war und Bekanntschaft mit Philipp Melanchthon pflegte (siehe Hans Widmann: Der Drucker-Verleger Henri II Estienne). - Ausgabe gebunden in neuerem Leinen-Einband und zusätzlich geschützt durch neuere Leinen-Mappe mit vier Klappen und umschließendem Deckel. - Innen tlw. meist recht unscheinbar wasserrandig, die Tafel ebenso betroffen. Einige, wenige Blätter mit alten, akkuraten Anstreichungen oder Anmerkungen, weinige Blätter am Rand fingerfleckig. Die drei letzten, weißen Blätter fleckig, das letzte weiße Blatt verso mit Anmerkungen der Zeit in Tinte. Titelblatt mit zwei Besitzvermerken („Georgii Rosenkrantz“ und „Carstens, Hasniae [d.i. Kopenhagen] 1831“). - Im Gesamteindruck noch sehr ordentliche, seltene Ausgabe.
Recht. - Hunnius, Helfrich Ulrich:
De Transactione liber. Gießen, Nicolaus Hampel (Drucker), Typog. Acad. 1615. 5 Bll., 462 S., 4 Bll. (Index, Errata). 12°. Pgt. d. Zt. (VERKAUFT)

VD 17, 3:615032E. - Erste Ausgabe. - Helfrich Ulrich Hunnius (1583-1636), Sohn des bedeutenden lutherischen Theologen Ägidius Hunnius der Ältere (1550-1603) und Bruder des lutherischen Theologen Nikolaus Hunnius (1585-1643), war Prof. des Rechts in Gießen und Marburg. Überraschend verließ Hunnius 1630 Marburg und begab sich in die Dienste des Bischofs von Trier Lothar Metternich. Er bekannte sich zum katholischen Glauben und wurde Kanzleidirektor des Bistums Speyer (siehe ADB 13, S. 418f und Zedler 13, Sp. 1247f sowie Wetzer/Welte 6, Sp. 429f). - Eine zweite Ausgabe erschien 1624 (VD 17, 12:202760X). - Einband nur etwas angestaubt, Deckel mit Resten von je zwei Schließbändern. Vorderer Innenspiegel mit einigen Marginalien. Fliegendes Vorsatzblatt mit hs. Notiz („Ex Testamento Willebrandiano“, d. i. der Rostocker Rechtswissenschaftle Albert Willebrand der Jüngere, 1652-1700). Titelblatt verso gestempelt. - Gut erhaltene Ausgabe.