Unsere Buchhandlung und das Antiquariat (seit Gründung ein Familienbetrieb) feierte im Jahre 2007 ihr 75jähriges erfolgreiches Bestehen.
Begonnen hat alles mit einem mobilen Bücherwagen am 9. Februar 1932 im Schatten der Marienkirche unter
einer Linde in der historischen Altstadt von Lübeck, als sich der Begründer Arno Adler selbständig machte.
Arno Adler war nicht in den Lübecker Mauern geboren; er stammte aus Sachsen. Genauer gesagt: in Graupa
bei Dresden kam er am 3. November 1894 zur Welt, ein Dorf, das seinen großen historischen Moment hatte, als
der damalige Hofkapellmeister in Dresden, Richard Wagner, dort 1846 während eines längeren Urlaubs den
größten Teil des „Lohengrin" komponierte. Durch einen Dresdner Buchhändler, der in Großgraupa ein Ferienhaus
besaß, bekam Arno Adler einen intensiven Kontakt mit der Materie Buch und beschloß es ihm nachzutun. Nach der
Lehrzeit in Pirna, bewarb er sich 1913 auf eine Anzeige hin bei der Buchhandlung Lübcke & Nöhring in Lübeck.
Er wurde angenommen, und sehr schnell bekam der tüchtige und umgängliche junge Buchhändler Kontakt mit den
anfangs steifen Hanseaten. Im Jahr darauf ging er zu der für damalige Verhältnisse sehr großen Buchhandlung
Gräfe und Unzer nach Königsberg. Wenige Monate später war Krieg. Aus dem Buchhändler wurde ein preußischer
und bald auf Wunsch der Vaters ein sächsischer Soldat. Im Oktober 1914 kam er an die Westfront, als einer der
acht Söhne, die die Eltern in den Krieg ziehen lassen mußten. Im Herbst 1916 wurde er an der Somme verschüttet
und geriet verwundet in französische Gefangenschaft. Erst 1920 kehrte er aus Frankreich zurück, ging wieder
nach Königsberg zur alten Firma (Gräfe und Unzer war inzwischen zur größten Buchhandlung Europas gewachsen)
und bekam dort eine leitende Stellung. Arno Adler ging jedoch 1923, durch die gewachsene Zuneigung zu Lübeck,
zurück in die mittelalterliche Stadt und wurde in der Firma Richard Quitzow Mitarbeiter und später Prokurist
bis 1932. Verheiratet mit Elsa Adler, geborene Dircks, wurde 1927 sein Sohn Kurt geboren.
Alte Firmenpapiere und Fotografien zeugen noch von der Anfangszeit der Firmengründung mit dem Bücherwagen.
Die offizielle Anschrift auf dem noch vorhandenen Bücherzettel: „Lübecker Bücherwagen Arno Adler. Mengstraße (Ecke
Breite Straße) am alten Kanzleigebäude". Durch die günstige Lage gegenüber dem Buddenbrook-Haus spezialisierte
sich Arno Adler in der Anfangszeit auf Lübeckische Geschichte, Hansische Geschichte und Schleswig-Holstein.
Schwerpunkte, die auch heute noch große Bedeutung haben. Als der Bücherwagen 1942 beim Britischen Luftangriff
verbrannte, war der Antiquar und Buchhändler längst in ein festes Geschäftslokal in der Hüxstr. 37 gezogen.
Doch die Räumlichkeiten erwiesen sich schnell als zu klein für den aufblühenden Betrieb, so daß er 1948
schließlich in ein eigenes Haus, Hüxstraße 55, umzog und besonders sein Antiquariat vergrößerte. Die Neueröffnung
fand am 4. Januar 1949 statt.
Es ist das Geburtshaus des Dichters Julius Havemann. Beide Bereiche, Buchhandlung
und Antiquariat, die schon damals eigenständige Läden mit unterschiedlichen Eingängen waren, wurden mit Hilfe
seines Sohnes Kurt Adler, der ab 1952 ins väterliche Geschäft eintrat und die Leitung der Buchhandlung übernahm,
stetig ausgebaut.
Der aus dem Krieg zurückkehrende Sohn Kurt Adler entschied sich für den Beruf des Buchhändlers und Antiquars,
nachdem sein Traumberuf als Förster in der Nachkriegszeit unerreichbar schien, da aus den ehemaligen deutschen
Ostgebieten viele arbeitslose Förster kamen und eine Ausbildung also keine Zukunftschance hatte. Die Lehrzeit
verbrachte er 1945-47 in Hamburg in der J. Harderschen Buchhandlung in Altona. Danach verschlug es ihn nach Bonn,
zur Universitätsbuchhandlung Ludwig Röhrscheid, die ebenfalls ein Antiquariat miteinschloß. Hier blieb er bis 1951
und erhielt wertvolle Anregungen für die Zukunft.
Seit 1967 wurde die Leitung Kurt Adler übertragen, da sich sein Vater im Alter von 73 Jahren ganz der Katalog-Arbeit
widmen wollte. Mit dem Versand von Antiquariatskatalogen fanden Tausende von Büchern den Weg in die weite Welt. Bis
heute dokumentieren dies Bestellungen von Universitäten, Seminaren und Instituten aller Kontinente.
Nach dem Tode Arno Adlers im Jahre 1975 ging die Inhaberschaft vollständig an Kurt Adler über. 1982 übernahm die
Ehefrau von Kurt Adler, Hannelore Adler die Leitung der Buchhandlung, seit 1988 unterstützt von der gemeinsamen
Tochter Tatjana Adler-Springer. Sie spezialisierten sich auf schöne Bilderbücher, wertvolle Kinder- und Jugendbücher,
Märchen, Sagen und ausgesuchtes Holzspielzeug. Ergänzt wird das Sortiment durch eine liebevolle Zusammenstellung
aus allen Sachgebieten und eine interessante Auswahl aus aktuellen Neuerscheinungen und Taschenbüchern. Ins Antiquariat
ist seit Oktober 1996 die dritte Generation in der Person von Sohn Olaf Adler
(42 Jahre) dazu gestoßen. Nach Lehr- und
Wanderjahren bei angesehenen Buchauktionshäusern und Antiquariaten ergänzt er das Fachwissen seines Vaters im Antiquariat
durch neue Ideen und Sichtweisen.
Durch gleichbleibend hohe Kompetenz und Service haben wir uns in beiden Bereichen einen sehr guten Ruf bei privaten Kunden, sowie bei Universitäten, Instituten und Bibliotheken aufbauen können. Dieses entgegengebrachte Vertrauen ist für uns ein Ansporn.
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Hüxstraße 55, D-23552 Lübeck, (Postfach 2048 - D-23508 Lübeck) Telefon: +49 (451) 7 44 66 - Telefax: +49 (451) 70 63 762 Umsatzsteuer ID-Nr. DE 135031295 (VAT-Nr.) eMail-Adresse: info@arno-adler.de |
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